Konzertreise nach Nußdorf am Inn

Recht spontan kam es zur Umsetzung der Kooperation mit der Musikkapelle Nußdorf am Inn.  Es wurde in Erfahrung gebracht, dass diese in letzter Zeit eine ähnliche Entwicklung wie wir in Meeder nahm und auch im Repertoire ähnlich geprägt ist. Die positive Vorstandsentscheidung der Nußdorfer brachte uns dann in der Planung zusammen. Einige Sprachbarrieren zwischen "Obabaoarisch und Frängisch" waren alsbald überwunden und der immer noch fremde Kontakt wurde bereits herzlich. Das Programm wurde unter den Kapellmeistern Franz Weyerer und Markus Hollstein vereinbart, die Übernachtungen beim Schneiderwirt und der Bus von unserer Firma Babucke gebucht.

Die Reise konnte beginnen,

nachdem die Generalprobe absolviert war.

Am Samstag den 02.04.2016 starteten wir nach der Beladung des Buses pünktlich um 7 Uhr. Unser Busfahrer Herbert brachte uns wieder einmal sicher über den Asphalt. Wie eigentlich immer war die Fahrt kurzweilig und die Musikanten und Gäste guter Laune. Das Verkehrsaufkommen war uns freundlich gestimmt und trotz einer Pause für Rast und Verpflegung, auf der Raststätte Kösching, erreichten wir bereits um 11:30 Uhr unser Ziel -  den Schneiderwirt in Nußdorf.

Wir wurden bereits vom Wirt erwartet und freundlich begrüßt. Da die Zimmeraufteilung bereits festgelegt war, waren im Nu die Zimmer verteilt und in vielen Gesichtern sah man ein erfreutes Grinsen in Anbetracht der Unterkunft. Weil uns auch das Wetter hold war trieb es uns sogleich zum Mittagstisch in den Biergarten. Ein süffiges 1543 räumte die Bedenken restlos beiseite, ob es denn hier ein vernünftiges Bier geben würde. Egal was man bestellte, auch das Essen konnte überzeugen, so wie man es vom Schneiderwirt gewohnt ist. Einfach eine Top-Adresse!

Gerne hätte uns der Biergarten festgehalten, indem drei Nußdorfer Musikanten uns mit bayerischen Klängen unterhielten, doch unsere Gastgeber hatten Anderes mit uns vor.

Eine Gondelfahrt auf die Kampenwand vertrieb uns die Zeit am Nachmittag. Da die Musik zu uns in den Bus stieg, war der Unterhaltung bereits der Stempel aufgedrück. Es entpuppte sich die vermeintliche Nussdorfer Gitarristin als Aschauerin vom Fuße der Kampenwand, die, je näher man ihrer Heimat kam, mit dem Gesang modernster Hits zu Quetschen, Tuba und ihrer Gitarre aufwartete. Die Antwort auf diese Anregung ließ nicht lange auf sich warten, wogegen dann bei der Gondelfahrt die eine oder andere Stimme verstummte. Leider war die Aussicht nicht so ganz toll, das Wetter war aber gut und warm. Nach einer Einkehr auf der Alm ging es dann aber schon wieder über den Samerberg nach Nussdorf zurück, denn wir mussten uns ja noch einspielen und für den Abend richten.

Ein Abendbrot konnte aufgrund des opulenten Nachmittags für die meisten von uns entfallen, so dass man sich nur noch duschen und fürs Konzert fertig machen musste. Zum Einspielen gingen wir dann in den Probenraum der Nussdorfer und durften hier ein Auge schrauben. Nachdem die Instrumente abgestimmt waren lauschten wir noch dem Blaskapellennachwuchs, der als Vorgruppe sein Bestes gab und anerkennend festgestellt wurde - die können was. Später stellte sich dann heraus, dass Kinder mit 9 Jahren bereits mehrere Instrumente spielen und ihre Musik mit viel Freude praktizieren, was einem beim Zusehen und Zuhören das Herz aufgehen ließ.

Nun war es aber soweit.

Die Registerführer stellten noch schnell die Stühle und Notenpulte, wie vorher geplant, die Musiker stellten sich außerhalb der Halle zum Einmarsch auf und so kamen wir dann unter dem Beifall der Zuhörer zu unseren Plätzen. Obligatorisch erwarten wir unseren Dirigenten, der nach seinem beifallgebleiteten Einmarsch sogleich unser erstes Stück - Salemonia - anstimmte. Der erste Bann war gebrochen - ja, die aus Meeder können gefällige Blasmusik spielen. Sepp Weyerer von den Nußdorfern begrüßte uns und übergab die Moderation an unseren Sepp Brunner, der in seiner Nußdorfer Heimatsprache sowohl etwas über uns, wie auch über unsere Musikstücke zum Besten gab. Wir lieferten dann Yesterday, unser Angststück Titanik, Streicheleinheiten, Sedona, Queen in Concert und als Zugabe noch den Böhmischen Traum ab.

Wir wussten, dass gute Musiker im Publikum saßen und freuten uns darüber, dass man bemerkte, wir würden einen "besonders feinen Ton" spielen. Besonders freute uns auch, dass Christian Limpert mit Begleitung, bekannt vom BR, uns besuchte und später noch den gemeinsamen Abend mit uns allen verbachte.

Nun waren die Nußdorfer so weit. Die Kapelle lieferte ihren Ohrenschmaus ab, Sepp Weyerer moderierte und verband die für die Stücke maßgeblichen Personen mit kleinen witzigen Geschichten, obgleich er, nach seiner Aussage, das Moderieren nicht so gerne machen mag.

Am Ende des offiziellen Programms übergab unser Vorstand Thomas Krämer mit ein paar netten Worten feste und flüssige fränkische Kulinarien, nachdem Sepp Weyerer kund tat, dass es schon erstaunlich gewesen sei sich mit unserem Vorstand und dem Dirigenten unbekannter Weise so zu unterhalten, als kenne man sich schon ewig. Wir erhielten aus seiner Hand einen Notenschlüssel und etwas Leberbalsam, das Angesichts der Anzahl unserer Musiker keine Gesundheitsgefährdung indizieren konnte. Viel mehr war es dann das Suchtpotenzial des gemeinsamen Auftritts, das wir dann zusammen mit noch dem Coburger Marsch und der Polka Wir Musikanten nährten. Wir waren alle zufrieden, da es dem Publikum offensichtlich gefiel und uns gemeinsam gut geglückt war.

Zur musikalischen Nachbesprechung ging es sodann zum Schneiderwirt. Unmittelbar vermischten sich Nußdorfer und Meederer, als ob man sich schon lange kennen und endlich wiedersehen würde. Die Bedienungen konnten einem leidtun, denn das Durchhaltevermögen bis halb Drei zehrt schon drastisch. Die Musiker haben zudem noch musikalisch und kalorienmäßig aufgetischt. Und wer denkt, dass damit der Abend beendet war, der täuscht, denn es war ja der Morgen schon in sicht. Kollege Meyer hielt eine Ansprache und verlieh seiner Befürchtung nachhaltigen Ausdurck, dass er Bedenken hätte, ob sein Kühlschrank, angesichts des befüllten Innendrucks, diese Nacht noch stand halten würde. Diese Befürchtung konnten wir ihm nehmen, so dass die letzten Franken um 5 Uhr aus dem Gewölbestall wankten. Viele hatten wohl nicht sehr viel von den schönen Zimmern ihrer Unterkunft.

10 Uhr - Meeting im Biergarten beim Schneiderwirt mit anschließendem Frühschoppenkonzert. Es war super Wetter, ein voller Biergarten, besetzt mit fremden Gästen, Nußdorfern, die ebenso wenig geruht hatten wie wir und Nußdorfer Musikanten, die nicht geruht, sondern nahtlos in die Aufräumarbeiten der Turnhalle geschlittert waren und unsere Hoffnung, dass der eine oder andere Nussdorfer den einen oder anderen von uns vertreten könnte war keine offene Frage mehr - einzige Frage die uns blieb war - schmeckt das 1543 immer noch oder schon wieder. Da sage ich immer noch, denn Zurückhaltung war geboten, weil wir beim Frühschoppen mit guter Musik überzeugen wollten und das auch taten.

Nach einem letzten Mittagessen ging es dann zur Verabschiedung und Heimreise.

Wir freuen uns schon auf das Wiedersehen am 23.04.2016 in Meeder.